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 Betreff des Beitrags: Gendersprache Ja oder/und Nein?
BeitragVerfasst: So 26. Sep 2021, 12:24 
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Registriert: Mo 30. Aug 2010, 16:01
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Mike hat mich indirekt drauf gebracht: Wie haltet ihr es mit dem Gendern? Ich muss gleich einräumen, dass ich da fuchsteufelswild werde, vor allem wenn öffentlich-rechtliche TV-Sender wie bevorzugt das ZDF den Stern in Schluckaufsprache (wie ich es nenne) raushauen ... :evil:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gendersprache Ja oder/und Nein?
BeitragVerfasst: So 26. Sep 2021, 12:41 
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Ich bin da voll deiner Meinung, Gerd.
Ich kenne in meinem Umfeld niemand, auch jüngere Leute, die diesen Blödsinn für gut befinden. Dass das ZDF hier Vorreiter ist, wundert mich allerdings nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gendersprache Ja oder/und Nein?
BeitragVerfasst: So 26. Sep 2021, 13:31 
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Nun, Ziel war/ist ja wohl, die Gleichbehandlung von Frauen und Männern und darüber hinaus aller Geschlechter, und die Gleichstellung der Geschlechter in gesprochener und geschriebener Sprache zum Ausdruck zu bringen.

Dort, wo es angebracht scheint, mag das auch in Ordnung sein, aber in jenen Bereichen, wo es überirdisch unsinnig wird, sicherlich nicht. Ich werde über Beispiele nachdenken....


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 Betreff des Beitrags: Re: Gendersprache Ja oder/und Nein?
BeitragVerfasst: So 26. Sep 2021, 14:05 
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Registriert: Mo 30. Aug 2010, 16:01
Beiträge: 4599
Ich habe mich schon über ein Jahr intensiv mit dem generischen Maskulinum beschäftigt. Es fing ziemlich harmlos an, nämlich zunächst ohne * Lingua interruptus :twisted:

Herr -/_:*Frauschaften (so die von Medien verwendeten verschiedenen Ersatzzeichen)
Ach ist das herr*fraulich
Mensch*in
Schwanz*in
Verbrecher*innen (das wird nicht gern gesehen, wenn man es schnell spricht
Drucker*innenschwärze
Oh Mann*Frau*Divers (Divers müsste eigentlich immer kommen)
Weihnachtsmann*frau
Watzmann*frau
Eltmann*frau (das ist eine Ortschaft im Unterfränkischen!)
Deutscher*in
(Der) Gast*in
(Der) Dud*in (Spiegel-Titelstory 6.3.2021)
Single*in (Solo also)
Auf Vordermann*frau bringen

Konsequenterweise müsste man künftig, wenn sich so Gott nicht will eine Mehrheit für die Verhackstückelung der deutschen Sprache ergäbe, alle künftigen Bücher, alle vergangenen Werke von Goethe, Schiller & Co. neu umschreiben. Wir mussten im Gymnasium das aus 27 sechszeiligen Strophen bestehende Gedicht "Der Taucher" von Schiller auswändig lernen. Eine Tortur! "Wer wagt es Rittersmann*frau oder Knapp*in, zu tauchen in diesen Schlund..." Da ergäben sich noch viele Möglichkeiten :lol:
--------
Es gibt auch neue Wortschöpfungen, die kaum oder nicht im Duden zu finden sind (der ist außerdem seit Jahren nicht mehr so maßgebend):

Radfahrendenstreifen, Anwohnendenparken, Einwohnende, Bewohnende, Hausbewohnende, Autofahrende :mrgreen: . Könnte man noch lange fortsetzen...

Ich komme später noch auf einen Schriftverkehr mit dem Chefredakteur unserer Zeitung zurück.
Wie sollen Kinder in der Grundschule die Sprache erlernen? Wie Migrantinnen und Migranten, die nach Deutschland kommen? Wie sich sollen künftig singende Künstler äußern??


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 Betreff des Beitrags: Re: Gendersprache Ja oder/und Nein?
BeitragVerfasst: So 26. Sep 2021, 14:39 
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Grundsätzlich ist das natürlich eine gerechte Sache. Es sollte keinerlei Benachteiligung eines Menschen geben, egal welcher Hautfarbe, Rasse oder Gechlechtes. Steht so ja auch in unserem Grundgesetz !!
Aber die Benachteiligung beginnt ja schon bei den unterschiedlichen Löhnen von Frauen und Männern.

Was mich so absolut abnervt ist der Elan, den manche Parteien bei diesem Thema an den Tag legen.
Erzähl das mal einem Arbeitnehmer in Mecklenburg Vorpommern, dem man im Ort die letzte Busverbindung gestrichen hat, zum nächsten Arzt Stunden braucht oder von schnellem Internet, wenn's überhaupt welches gibt, nur träumen kann.

Dass der sich an den Kopf fässt bei soviel Ignorantentum ist, glaube ich, zu verstehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gendersprache Ja oder/und Nein?
BeitragVerfasst: So 26. Sep 2021, 17:14 
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Beiträge: 4599
Mike Walker hat geschrieben:
Grundsätzlich ist das natürlich eine gerechte Sache. Es sollte keinerlei Benachteiligung eines Menschen geben, egal welcher Hautfarbe, Rasse oder Gechlechtes. Steht so ja auch in unserem Grundgesetz !!
Aber die Benachteiligung beginnt ja schon bei den unterschiedlichen Löhnen von Frauen und Männern.

Was mich so absolut abnervt ist der Elan, den manche Parteien bei diesem Thema an den Tag legen.
Erzähl das mal einem Arbeitnehmer in Mecklenburg Vorpommern, dem man im Ort die letzte Busverbindung gestrichen hat, zum nächsten Arzt Stunden braucht oder von schnellem Internet, wenn's überhaupt welches gibt, nur träumen kann.

Dass der sich an den Kopf fässt bei soviel Ignorantentum ist, glaube ich, zu verstehen.

Gerechte Sache der Sternenwahnsinn, ok. In der Tat steht die Gleichbehandlung im GG, nicht aber, dass jedermann-frau die Sprache so verhunzen darf. Der andere Sachverhalt ist natürlich stimmig, hat aber mit dem Gendern nichts zu tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gendersprache Ja oder/und Nein?
BeitragVerfasst: So 26. Sep 2021, 17:15 
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Beiträge: 1752
Merkwürdig finde ich, und wundere mich, dass da noch niemand/innen auf die/der Barrikaden gegangen ist:

Von jeher gilt als höfliche Ansprache in einem Brief die Einleitung: "Sehr geehrte Damen und Herren!"

Nach dem Motto "Ladies first" ja auch ganz normal, so kennt man es.

Aber warum werden "Ladies" nun hintenan gestellt: Hörer/Hörerinnen, Leser*innen, Teilnehmer/innen, oder in welcher Kombination auch immer. Ist das nicht unhöflich? :o

Also: Liebe Freundinnen/Freunde, bitteschön! :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gendersprache Ja oder/und Nein?
BeitragVerfasst: Mo 27. Sep 2021, 15:15 
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Beiträge: 4599
Interessant, diese Anrede ist so selbstverständlich, dass die umgekehrte Reihenfolge "Sehr geehrte Herren und Damen" unmöglich und sogar lächerlich klingt. Man sollte aber auch bei der Anrede die "Diversen" nicht vergessen. Also "Sehr geehrte Damen, Herren und Diverse" :mrgreen: . Bei so gut wie allen Stellenanzeigen vergisst man seit einigen Jahren das "d" für Diverse nicht. Wie äußerst kompliziert alles ist, zeigt dieser Wikiartikel
https://de.wikipedia.org/wiki/Divers
Ich habe gesurft - es gibt ca. 60 verschiedene Geschlechtsidentitäten auf Facebook, z.B.

androgyner Mensch, androgyn, bigender – männlich und weibliche Merkmale verbindend
weiblich
Frau zu Mann (FzM)
gender variabel – zwischen bzw. außerhalb der Geschlechter
genderqueer, nicht-binär, weitere – Geschlechtsidentität nicht ausschließlich männlich oder weiblich
männlich
Mann zu Frau (MzF)
weder noch, geschlechtslos
Pangender/Pangeschlecht – keine fixe Geschlechtsidentität, zwischen bzw. alle Geschlechter parallel
trans, transweiblich, transmännlich, Transmann, Transmensch, Transfrau, trans*, trans* weiblich, trans* männlich, Trans* Mann, Trans* Mensch, Trans* Frau, transfeminin, Transgender, transgender weiblich, transgender männlich, Transgender Mann, Transgender Mensch, Transgender Frau, transmaskulin, transsexuell, weiblich-transsexuell, männlich-transsexuell, transsexueller Mann, transsexuelle Person, transsexuelle Frau
Intersexuell, Inter*, Inter* weiblich, Inter* männlich, Inter* Mann, Inter* Frau, Inter* Mensch, intergender, intergeschlechtlich, zweigeschlechtlich, Zwitter, Hermaphrodit - beide Geschlechtsmerkmale biologisch vorhanden
Viertes Geschlecht – kein Geschlecht
XY-Frau – Intergeschlechtlichkeit
Butch – maskuliner Typ in lesbische Beziehung
Femme – femininer Typ in lesbischer Beziehung
Drag, Transvestit – zeitweise Änderung der äußeren Erscheinungsform (z.B. Make-up, Kleidung), Geschlechtswechsel
Cross-Gender – Erscheinung und/oder Verhalten entgegen der kulturell spezifischen Geschlechterdefinition

Schon verrückt oder?


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 Betreff des Beitrags: Re: Gendersprache Ja oder/und Nein?
BeitragVerfasst: Mo 27. Sep 2021, 16:34 
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Beiträge: 10042
Wohnort: Berlin
Oh Mann, Themen habt ihr. :mrgreen:
Müssen wir unser Forum jetzt auch umbenennen ?1.Deutsches Scott-Walker/Walkerinnen-Forum :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gendersprache Ja oder/und Nein?
BeitragVerfasst: Mo 27. Sep 2021, 17:46 
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sind wir nicht alle ein bisschen queer? :mrgreen:

Vorschlag:

Sehr geehrte Damen, Herren und Queere!


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